Kabel | Gute Wiedergabegeräte allein machen noch lange keinen Sommer. Ich verspreche Ihnen, selbst Player, für deren Kaufpreis Sie Mittelklasselimousinen kaufen könnten, klingen am weißrot markierten Standard-Klingeldraht-Cinch verhältnismäßig verhungert. Mir ist bis dato absolut schleierhaft, warum in so vielen Diskussionsforen immer wieder vermeintliche High Ender die Überzeugung äußern, man könne Kabelunterschiede nicht hören. Dabei geht jeder Ton Ihrer Kette durch das 'Gerät' Kabel, und das möglicherweise sogar mehrfach. Bedenken Sie, umso mehr schlechte Leitungswege, desto schlechter der Klang. | | . | | Sie sollten einen angemessenen Anteil des zur Verfügung stehenden Budgets (etwa 5-10 Prozent des Verstärkerpreises) in gutes NF-Kabel investieren. | | . | | Das perfekte Audio-Kabel hört man nicht. Jedoch kann man je nach bestehender Konfiguration Kabel geschickt zum Ausgleich tonaler Tendenzen einsetzen; klingen beispielsweise die Höhen etwas zu scharf, kann ein entsprechendes Kabel Abhilfe verschaffen, ohne die Klangqualität zu verschlechtern. Mit einem mitgelieferten 'Industriekabel' wird das kaum möglich sein. Brauchbare Cinch-Verbindungskabel gibt es ab ca. 100 DM im Fachhandel. Man sollte sich von der Stärke des Kabels nicht blenden lassen: Der Ton macht die Musik. Ein guter Händler wird Sie fragen, wie Sie die Klangcharakteristik Ihrer Komponenten einschätzen, und Ihnen ein Ihren Wünschen entsprechendes Kabel empfehlen; Ein schlechter Händler wird statt dessen mit Pauschalratschlägen um sich werfen und Ihnen suggerieren, es müssen Kabel von der Firma X oder Y sein, und zwar die für Z DM. Er wird nur nicht wissen, warum. Schade eigentlich! | | . | | Meines Erachtens wird die Wichtigkeit von Lautsprecherkabeln etwas überschätzt. Zwar sollte man annehmen, daß gerade hier große Sorgfalt vonnöten ist, jedoch stehen die klanglichen Unterschiede in keinem gesunden Verhältnis zu den gewaltigen Preisunterschieden. Tatsächlich sind schon Lautsprecherkabel für ca. 8 DM pro Monometer brauchbar und durchaus audiophil, und 3.000 DM für 2 mal 3 konfektionierte Meter werfen die Frage auf, ob Geld überhaupt noch eine Rolle spielt und es die Kloschüssel im Gäste-WC langsam wieder nach einer Auffrischung der Goldbeschichtung verlangt. Über den Haufen werfen sollten Sie das Thema LS-Kabel deswegen nicht gleich; Lassen Sie sich nach Möglichkeit verschiedene LS-Kabel zusammen mit Ihren Boxen vorführen, um festzustellen, ob Sie einen Unterschied hören. | | . | | Schlechte Beratung läßt sich auch hier leicht entlarven: Fachunkundige sind der Meinung, silberbeschichtetes bzw. reines Silberkabel habe eine Tendenz zu einem helleren Klangbild, Kupferkabel dagegen sei im Baß präsenter. Das ist falsch. Aufgrund der Komplexität aller zusammenhängenden Faktoren (Induktivität, Leiterquerschnitt, Konfektionierungstechnik etc.) sind solche Aussagen nicht haltbar. | | . | Last but not least ist die Stromversorgung zu nennen, von der man lange Zeit dachte, sie erfülle lediglich den Zweck der Stromversorgung ... Klingt logisch, ist aber tatsächlich nur die dunkle Seite der Macht. Die Polarität der Netzstecker, d.h. in welcher Richtung sie in der Steckdose sitzen, hat besonderen Einfluß auf die Räumlichkeit der klanglichen Abbildung. Probieren Sie's mal aus. Aber fragen Sie mich bitte nicht, warum: Ich bin kein Physiker. Benutzen Sie bitte keine Steckdosenleisten mit Ein/Ausschalter oder gar Spannungsspitzenfilter aus dem Bauhaus, das sind Klangtöter. Für ungefähr 100 DM aufwärts bekommen Sie beim High End-Händler spezielle Audio-Steckdosenleisten. Vom Stromeingangskabel der Leiste her gesehen sollten Sie die Geräte in der Reihenfolge Analog, Digital, Verstärker anschließen. |
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