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Verstärker
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| Größer,
lauter, schöner? Ein Verstärker, der 200 Watt Leistung bereitstellt,
ist 2mal und keinesfalls 10mal lauter als ein 20-Watt-Gerät. Und ein
40-Watt-Verstärker, der bis an seine Leistungsreserven weitgehend
verzerrungsfrei arbeitet, 'bringt' ebensoviel Leistung wie ein
Allerwelts-160-Watt-Gerät, das vielleicht 25% seiner Leistung ohne hörbare
Verzerrungen wiedergibt. |
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| Weniger
ist mehr? Lautsprecher werden so gut wie nie durch zu kraftvolle Verstärker
um die Ecke gebracht - das Gegenteil ist der Fall. Minderwertige Verstärker,
die im oberen Leistungsbereich gerne Rechteckwellen produzieren, bereiten manch
einer Traumbox ein unschönes und schnelles Ende. |
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Es wird
gehört, was auf den Tisch kommt! Ein Gerät, das Gadgets bietet
(Filter, Loudness etc.), zerrt das Klangsignal durch viele Schaltkreise und
verschlechtert damit gezwungenermaßen dessen gute Laune und Qualität. Ein
guter Verstärker ohne Loudness-Schalter klingt bei geringer Lautstärke
entschieden besser als ein minderwertiger, egal ob bei diesem die
Loudness-Funktion gerade aktiviert ist oder nicht.
Der Versuch, mit Klangreglern herkömmlicher HiFi-Geräte gezielt den Klang zu
verbessern, endet meist in unproduktiver Verzweiflung. Der Grund dafür liegt in
der Konstruktion der Regelkreise - die nämlich arbeiten mit falschen
Einsatzpunkten. Man nehme ein Massengerät und probiere sich am Höhenregler.
Die Folge: Stimmen und Gitarren klingen schnell unnatürlich. Der gewollte
Effekt, etwa eine leichte Abschwächung etwas zu bissiger Höhenspitzen, geht
mit der Vernichtung des gesamten Klangbildes einher.
Aber das muß nicht immer so sein. Sind Tonregler sinnvoll konzipiert, können
sie sinnvoll eingesetzt werden. Bei einigen wirklich guten und nicht immer
teuren High End-Verstärkern findet man Einsatzpunkte, die an den äußeren
Enden des Spektrums liegen, z.B. bei 40 Hertz für die Tiefen und 20 kHz für
die Höhen; Veränderungen, die an den Enden des Spektrums gemacht werden,
beeinflussen den für wahren Musikgenuß wesentlichen Mitteltonbereich kaum und
lassen somit sehr exakte Anpassungen zu, wenn etwa die Raumakustik sie verlangt.
Sauber konzipierte und kurz gehaltene Signalwege guter Geräte bedeuten außerdem
nur minimale Qualitätseinbußen, die kaum eine oder gar keine Rolle spielen. |
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Krach
macht Laune: Der Watt-Wahn. Das Netzteil des Verstärkers spielt eine
gewichtige Rolle, aber nicht nur wegen der Lautsprecherimpedanz. Es sollte mit
gesunden Leistungsreserven aufwarten und gut abgeschirmt sein.
Wer sich's leisten kann, der sollte sich mal ein getrenntes Verstärkersystem
anhören, sprich: Vorverstärker und Endstufe in separaten Gehäusen. Zu
empfehlen ist dies erst ab einem gewissen Geldbetrag, und hier sollte auch die
Verhältnismäßigkeit zu den Lautsprechern gewahrt bleiben; 400-Mark-Boxen an
einer 6.000 Mark teuren Vorverstärker/Endstufen-Kombination klingen
wahrscheinlich genauso gut oder schlecht wie 8.000-Mark-Boxen an einem
500-Mark-Vollverstärker.
Sie werden in jedem Falle feststellen, daß die in Watt ausgedrückte
Ausgangsleistung nicht von entscheidender Bedeutung ist. Im High End-Bereich
bekommen Sie Endstufen für 3.000 Mark mit 'nur' 2 mal 50 Watt Ausgangsleistung.
Und das ist genug. Denn Qualität drückt sich eben nicht in brachialer Kraft,
sondern in Präzision aus. Meßwerte sind in Preisregionen jenseits der Tausend
eher zweitrangig - denn hier zählt allein der Klang und nicht die Zahlen.
Der Discountmarkt indes orientiert sich an technischen Daten, der Aufzählung
von Prozent- und Promillewerten und will den ahnungslosen Käufer mit
vermeintlich gewaltiger Leistung locken. Verstärker für 500 DM mit
Ausgangsleistungen von 2 mal 200 Watt an 4 Ohm sind keine Seltenheit, klingen
aber erwartungsgemäß minderwertig. Gerade in diesem Bereich wird mittels
verschiedener Meßmethoden auch noch Kosmetik betrieben - genannt wird meist
nach der Meßmethode, bei der das Gerät gut 'wegkommt'. Außerdem können
Lautsprecher mit einem hohen Wirkungsgrad bei gleicher Wattzahl erheblich mehr
'Lärm' machen als solche niedrigen Wirkungsgrades. Lassen Sie sich mal mit
echten und ehrlichen 30 Watt beschallen, und Sie werden merken, daß bereits
hier Pegel erreicht werden, die Ihnen Beschwerden von den Nachbarn garantieren.
Auch bei Verstärkern gilt: Der Klangunterschied verschiedener Produkte kann
erheblich sein. Beachten Sie auch hier die bei den Lautsprechern genannten
Anhaltspunkte, Sie werden verblüfft sein. |
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| Als die
CD ihr Debut feierte, stürzte man sich allerorts in die digitalen
Fluten. Alles sollte so gnadenlos und feinauflösend klingen wie nur möglich. Für
viele High End-Puristen Grund genug, sich zunächst von der CD abzuwenden oder
gar nicht erst mit ihr zu befassen. Noch heute liegt der Trend des
HiFi-Mainstream beim harten und kalten Sound. Ein Ziel, daß einfach erreicht
werden kann: Nämlich durch die unnatürliche Betonung des Hoch- und
Tieftonbereichs, ein quasi-permanenter Loudness-Zustand. Daß das nichts mit der
dargebotenen Musik zu tun hat, bedarf eigentlich keiner Erwähnung. Verzerrungen
im Tieftonbereich - also das, was eigentlich weitgehend vermieden werden sollte
- erhöhen die subjektiv empfundene Baßlautstärke. Und weil der Markt danach
schreit, ermöglicht der Verzicht auf Arbeit am Detail einen niedrigen
Verkaufspreis. |
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| Was der
Bauer nicht kennt, frißt er nicht. Hersteller, die etwas auf sich und
ihre Produkte halten, orientieren sich weniger am Markt denn an der Musikalität.
Und dennoch: Guter Klang muß nicht teuer sein. |
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| Entscheidend
ist wie immer das Gehör. Obgleich der leicht unterschiedlichen
Auffassungen über die erstrebenswertesten Klangziele werden Sie in Gefilden
jenseits des Alltäglichen sicherlich keine Enttäuschungen erleben. |
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