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Wie wirken Silberkabel auf eine Hifianlange? |
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Wie wirken Silberkabel auf eine Audioanlage?!
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| Oft werden Kabel aus Silber als teure und angeblich besonders gut klingende Alternative zu Kupferkabel verkauft. Die Verwendung von Silber als Material wird dadurch begründet, daß Silber den Strom besser leitet als relativ billiges Kupfer. Es ist tatsächlich richtig, daß ein Silberdraht einen geringfügig niedrigeren ohmschen Widerstand besitzt als ein Kupferdraht gleicher Länge und gleicher Dicke. Um einen geringeren Widerstand zu erreichen, muß man aber nicht gleich Silber verwenden. Den absolut gleichen Effekt erreicht man, indem man einfach einen geringfügig dickeren Kupferdraht verwendet. Dieser hat dann genau den gleichen Widerstand, die gleiche Induktivität und die gleiche Kapazität wie ein Silberdraht.
Eine andere Argumentation geht dahin, daß bei Verwendung von Kupferdraht der Skin-Effekt auftritt, der bei hohen Frequenzen den Widerstand der Leitung erhöht. Leider wird dabei übersehen, daß der Skin-Effekt matrialunabhängig ist und daher bei jedem Leiter auftritt; also auch bei Silber. Gerade hieran kann man gut sehen, welches Halbwissen (oder besser Zehntelwissen?) Leute besitzen, die auf diese Weise argumentieren. Denn der Skin-Effekt tritt nur bei sehr hohen Frequenzen (ab einigen Megahertz d.h. einigen Millionen Hertz aufwärts) auf wirkt sich im Niederfrequenzbereich, in dem nun einmal der Audiofrequenzbereich liegt, in keinster Weise aus. Weiterhin werden im Hochfrequenzbereich manchmal zur Verminderung des dort tatsächlich auftretenden Skin-Effekts lediglich versilberter Kupferdraht und keineswegs Silberdraht eingesetzt.
Der Trick besteht nämlich darin, daß die Elektronen, die sich mit steigender Frequenz zunehmend in der Nähe der Oberfläche eines Leiters bewegen, dort ein leitfähigeres Material antreffen als im Innern, wo sie bei niedriger Frequenz fließen, und dadurch der Widerstandsanstieg geringer ist als ohne äußere Silberschicht. Bei einem massiven Silberdraht werden die Elektronen bei sehr hohen Frequenzen genauso nach außen gedrängt wie bei versilbertem Kupferkabel. Allerdings treffen sie dort keine leitfähigere Schicht an, so daß sich der Skin-Effekt voll auswirkt.
Würden die Befürworter von Silberkabeln auch nur ein wenig von Hochfrequenz verstehen, würden sie einen ganz anderen Weg gehen und viele dünne Kupferdrähte benutzen, die zueinander isoliert sind. Viele dünne Drähte besitzen nämlich eine viel größere Oberfläche als ein einziger massiver Draht mit dem gleichen Querschnitt, so daß die bei sehr hohen Frequenzen in der Nähe der Oberfläche fließenden Elektronen mehr Platz zum Fließen haben, wodurch sich ein niedriger Widerstand ergibt. Diese wirkungsvolle und in der HF-Technik sehr oft anzutreffende Methode scheint den Anhängern von Wunderkabeln aber offensichtlich zu billig zu sein, um sie mit auf den ersten Blick einleuchtenden Gründen teuer an den Mann bringen zu können. Aber wie schon gesagt gibt es im Niederfrequenzbereich überhaupt keinen Skin-Effekt, so daß man sich darum ohnehin nicht den Kopf zerbrechen sollte.
Es macht manchmal auch gar keinen Sinn, im Hochfrequenzbereich übliche und sinnvolle Dinge einfach auf den Niederfrequenzbereich zu übertragen. Aufgrund der völlig unterschiedlichen Frequenzen bringen diese ohnehin keinerlei Vorteil. Es gibt sogar Hochfrequenzlösungen, die im Niederfrequenzbereich noch nicht einmal ansatzweise funktionieren. Das beste Beispiel sind sogenannte Hohlleiter, die bei Frequenzen im Gigahertzbereich gern verwendet werden. Es handelt sich dabei um speziell dimensionierte Rohre, die für den Laien Wasserrohren nicht unähnlich sind. Der Energietransport erfolgt dabei im Innern der Rohre - also dort, wo überhaupt kein elektrisch leitfähiges Material vorhanden ist. Dieses Prinzip läßt sich auf Niederfrequenzanwendungen überhaupt nicht übertragen. Man kann selbstverständlich ein metallisches Rohr verwenden, um Strom von A nach B zu leiten. Der Energietransport erfolgt dabei aber ausschließlich durch die Wandung des Rohrs und hat mit dem Wirkungsprinzip eines Hohlleiters absolut nichts zu tun.
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